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Zu den Editionen

Zur LAUFSCHRIFT 14
Dossier Sorbische Literatur

Zur LAUFSCHRIFT 13
Dossier Junge
deutschsprachige Lyrik

Zur LAUFSCHRIFT 12
Dossier Junge
Venezolanische Poesie

Zur LAUFSCHRIFT 11

Dossier Ilse Garnier

Zur LAUFSCHRIFT 9
Dossier Juan Gelman

Zur LAUFSCHRIFT 8
Albanische Literatur

Zur LAUFSCHRIFT 7
Exit

Zur LAUFSCHRIFT 6
Osteuropa -
der nahe ferne Rand

Zur LAUFSCHRIFT 4
Stadt

Zur LAUFSCHRIFT 3
Migration

Zur LAUFSCHRIFT 1
50 Jahre Kriegsende

 

 
Zur LAUFSCHRIFT 3

Das neue Magazin für Literatur und Kunst "Laufschrift" [...] beleuchtet das Stichwort "Migration" und seine vielschichtigen Facetten. Zum Thema "Auswandern" äußern sich Mary Staehelin, eine New Yorkerin in der Schweiz, und Luisa Costa-Hölzl, eine Lissabonerin in München. Die portugiesische Autorin erfährt dabei innere und äußere Horizonterweiterung: "Sprachgewinn ist wie Landgewinn."
Dieter P. Meier-Lenz schreibt über Walter Benjamins Schicksalsort Port Bou. Der im bayerischen Erding lebende Czernowitzer Dichter Moses Fishbein wird im Gespräch und mit Gedichten vorgestellt.
In der Situation des Fremdseins verschmelzen die vielfältigen Beweggründe der Ein- und Auswanderer, Arbeitsemigranten, Exilanten, Flüchtlinge und [...] Verfolgten zu einer einzigen menschlichen Dimension. Denn das weltweite Migrationsphänomen ist seit Urzeiten von der individuellen Sensibilisierung durch Mehrsprachigkeit, dem intensiven Festhalten an der Muttersprache als Heimatrest und dem Ein- oder Überleben in andere Kulturen gekennzeichnet. Das war nie ein leichtes Los, verlangt es doch eine stets bewußtere Aufbruchstimmung, die ein im Vertrauten abge-sichertes Leben bisweilen vollständig erschüttert und verdrängt. Offenheit und vorurteilsfreie Kenntnis beginnt oft erst da, wo im Fremden das Vertraute und im Vertrauten das Fremde in einen wechselseitigen Austausch kommt.
Stuttgarter Zeitung Nr. 133, Freitag, 13. Juni 1997

Im vergangenen Jahr gründeten zwei Schriftsteller und zwei bildende Künstler das Magazin für Literatur und Kunst "Laufschrift", um auch für die Region Nürnberg/Fürth/Erlangen ein Medium vorzulegen, das auf nichtkommerzielle Weise aktuelle Literatur abseits der etablierten Verlage zugänglich macht. "Laufschrift" veröffentlicht literarische Texte von Schriftstellern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum sowie Übersetzungen internationaler Autoren. Jede Ausgabe wird von einer Serie eines bildenden Künstlers umrahmt.
Das neue (dritte) Heft zum Thema "Migration" wurde im Antiquariat Eschenbacher in der Goethestraße vorgestellt. Musikalisch umrahmt wurden die Lesungen von dem Cellisten Cyriakus Alpermann.
Unter den 18 veröffentlichten Autoren finden sich auch zwei Erlanger: Martin Langanke ist nicht nur einer der Mitherausgeber, sondern auch Mitbegründer der Zeitschrift. Der gebürtige Augsburger [...] ist im Heft mit Lyrik, einer Rezension und einem Interview mit dem im Münchner Exil lebenden Ukrainer Moses Fishbein, einem Mitglieder der ukrainischen Sektion des PEN, vertreten. Zugleich betont Langanke jedoch, daß "den Schwerpunkt der Zeitschrift nicht die Selbstveröffentlichungen der Herausgeber bilden [...]."
Otto Horvath, der in Novi Sad (Jugoslawien) geboren wurde, lebt ebenfalls in Erlangen. Er schreibt Texte in ungarischer und serbokroatischer Sprache. Im aktuellen Heft ist er [...] mit Lyrik vertreten.
Das Thema der jüngsten Ausgabe "Migration" entstand aus aktuellem politischem Interesse heraus und widmet sich zum einen dem Phänomen politisch motivierter Verfolgung, zum anderen auch der Lebenssituation der Arbeitsmigranten. Hinter den veröffentlichten Texten steht die Aufforderung, die Faktizität und Vielfältigkeit des Migrationsphänomens vorurteilslos zur Kenntnis zu nehmen.
Erlanger Nachrichten, Herbst 1996