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Dossier Junge
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Zur LAUFSCHRIFT 9
Der Franke an sich kennt sich vorzüglich zwischen Schrammlespeln und Specksteinschwarten aus. Laufschrift Nr. 9 erscheint da-zwischen, nämlich in Wennigersfürth, verliert jedoch kein Wort Fränkisch (allmäächd!) über dieses bleierne Los. Stattdessen öffnet dieses Literaturmagazin seine Seiten der weiten Welt, Stimmen vom Rio de la Plata und aus der Rhônegegend zwischen Suisse und France, von der Weichsel und aus der Walachei, aus Metropolen wie Buenos Aires, Bukarest und Berlin dichten und erzählen. Und so erfährt die geneigte Leserschar, dass es ein paar Sprachen und Dialekte mehr gibt als in Nürnberg und Umgebung - z. B. Sephardisch, das spanische Jiddisch, das der argentinische Dichter Juan Gelman pflegt, einer der Großen seines Landes. Seiner bewegenden Biografie widmet sich der bekannte österreichische Autor Erich Hackl in einer Reportage. Um dieses Dossier versammelt Laufschrift Nr. 9 eine Reihe von Texten deutschsprachiger Autoren. Besonders hervorgehoben sei hier Max Blaeulichs aberwitziges Dramolett über die Unfähigkeit zu trauern ("Trauerkabinen") und die beatnikhafte Road Story "Sami Kosonen" der "La Hengst", die Frontmadam der einstigen deutschen Frauenrockband "Die Braut haut ins Aug" Bernadette Hengst.- Fränkische Strohhalmsuchende, aufgepasst: ein rundes Heft!
Plärrer, 25. Jg., 2/2001

In einem 32 Seiten umfassenden Dossier berichtet das Literaturmagazin "Laufschrift" über den argentinischen Dichter Juan Gelman. Der 1930 in Buenos Aires als Sohn russisch-deutscher Einwanderer geborene Gelman gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen Poeten Lateinamerikas. [...] Gelman ist nicht "nur" als Dichter, sondern auch als politischer Aktivist vor, während und nach der argentinischen Miltärdiktatur bekannt geworden. In den vergangenen Jahren fand zudem sein Einsatz bei der Suche nach seinem während der Deportation seiner Schwiegertochter [...] in Uruguay auf die Welt gekommenen Enkelkind weltweite Aufmerksamkeit.
Tobias Burghardt, der deutsche Übersetzer Gelmans, dankt auch in dessen Namen in der Einleitung des Dossiers "für die über-wältigende Bereitschaft zur internationalen Solidarität in diesem humanitären Fall". In seinem Bemühen zur Aufklärung des Schicksals seiner Schwiegertochter und ihres Kindes hatte sich Gelman mehrfach an den damaligen Präsidenten Uruguays [...] mit der Bitte um Unterstützung gewandt. Unzählige Dichter und Schriftsteller [...] erklärten sich mit dem Anliegen Gelmans solidarisch. Eine Auswahl von Briefen, die diesen öffentlichen Austausch aufzeigen, ist in dem Dossier veröffentlicht. [...]
In einem engagierten, einfühlsamen Beitrag vermittelt der Autor Erich Hackl Auszüge aus der Biografie, den politischen Kämpfen Gelmans und seinem poetischen Wirken, die, immer ineinander verwoben, vor allem einem Ideal folgen: Auf der Suche nach der Wahrheit dem Vergessen zuvorzukommen.
Der letzte Teil des Dossiers ist dem dichterischen Umgang Gelmans mit der Sprache der Spanisch-portugiesischen Juden Sephardí gewidmet. Im Jahre 1994 veröffentlichte er einen ganzen Gedichtzyklus in Sephardí. Nach der Vertreibung der Juden aus Spanien wurde [...] bzw. wird [...] die Sprache in deren Gemeinden im Mittelmeerraum [...] gepflegt. [...] Einige der Gedichte, die einen Eindruck vom Klang des Sephardischen geben, sind in dem Dossier in allen drei Sprachen veröffentlicht. [...] Für Gelman war das [Sephardí] eine Entdeckung und ein poetischer Impuls, weil "die sephardische Syntax mir eine verlorene Reinheit zurückgab, eine Zärtlichkeit anderer Zeiten, die lebendig ist und deshalb voller Trost".
Ila - Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika Nr. 242, Februar 2001