Archiv | Pressespiegel | Editionen | Projekte | Links
 
 
 

 

 
 

Zu den Editionen

Zur LAUFSCHRIFT 14
Dossier Sorbische Literatur

Zur LAUFSCHRIFT 13
Dossier Junge
deutschsprachige Lyrik

Zur LAUFSCHRIFT 12
Dossier Junge
Venezolanische Poesie

Zur LAUFSCHRIFT 11

Dossier Ilse Garnier

Zur LAUFSCHRIFT 9
Dossier Juan Gelman

Zur LAUFSCHRIFT 8
Albanische Literatur

Zur LAUFSCHRIFT 7
Exit

Zur LAUFSCHRIFT 6
Osteuropa -
der nahe ferne Rand

Zur LAUFSCHRIFT 4
Stadt

Zur LAUFSCHRIFT 3
Migration

Zur LAUFSCHRIFT 1
50 Jahre Kriegsende

 

 
Zur LAUFSCHRIFT 15

Seit zehn Jahren gibt es die LAUFSCHRIFT, eine überregionale Literaturzeitschrift, deren Profil darin besteht, den deutschsprachigen Kulturraum in der Region präsent zu machen, oder, wie der Fürther Redakteur Martin Langanke es ausdrückt, „die Welt ins Lokale zu holen“. Mit Lesungen aus der aktuellen 15. Ausgabe präsentierte sich das Magazin jetzt in der Kleinen Halle des Kulturforums. Meist sind es jüngere, ambitionierte Autoren, deren Texte in der Zeitschrift abgedruckt werden, in einem Rahmenteil aus Lyrik und Prosa, der um ein thematisches Dossier gruppiert ist, das sich häufig „den kleinen Literaturen der Welt“ widmet.
Im neuen Heft ist Bulgarien das Thema. Andreas Vilter gibt die humorvolle Kostprobe eines mündlich tradierten Textes über zweijunge Männer, die in ihrer Heimatstadt die Gleise des stillgelegten Bahnhofes für ihr Geschäft stehlen wollen; nur, dass der Bahnhof nicht aufzufinden ist – gestohlen, fein säuberlich und ohne Rückstände weggeschafft. „Bulgarien, die Preußen des Balkans“, sinniert die Erzählerin und fügt augenzwinkernd an: „Aber wir wären keine Bulgaren, wenn wir das nicht auf unsere Art auslegen würden.“
Einen bitterbösen Blick auf das Leben eines Azubis in einem deutschen Betrieb bietet Dubravka Werneckes „Hierarchie“, vom Zorndiktierte Abrechnung mit Duckmäuserei und Schikane. Katia Tangians lyrische Prosa, gelesen von Maren Burghard, besticht durch eine komisch-melancholische Verbindung von Naivität und Realismus. Reflexionen übergriechisches Drama und die alten Griechen („Die Frauen hatten kleine, spitze Brüste und überhaupt keine Arme. Auch den Männern fehlte einiges.“) verbinden sich mit Lebenserfahrungen, mit dem Warten auf einen Mann, der nie auftaucht, mit der Übermacht des Alltäglichen vor dem Poetischen.
Fürther Nachrichten, Dienstag, 15. Februar 2005